Samstag, 18. November 2017
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Winterschnitt im „Paradies“ Drucken

Der Wolfra-Pomologe bei der Arbeit

Auch das Paradies selbst kommt nicht ohne Pflege aus. Was der moderne Mensch längst vergessen zu haben scheint, war in der Urzeit der Inbegriff von Seligkeit: fruchttragende Bäume! Als die Griechen nach Persien kamen und diese Herrlichkeit zum ersten Mal sahen, übernahmen sie das persische Wort für die – salopp gesagt – Ur-Streuobstwiesen „Pardes“ in ihren Sprachgebrauch auf, unser heutiges Wort für Paradies.

Alles andere als paradiesisch ist heutzutage der Zustand unserer heimischen Streuobstwiesen. Sie werden immer mehr zurückgedrängt, in Ackerland verwandelt oder gar zugebaut. Gut, dass es bei uns in Bayern diese „Paradiese“ noch gibt, sprich Obstbauern, die sich dem klassischen Anbau von Obst verschrieben haben. Rund 2000 traditionelle Streuobstbetriebe und ca. 300 zertifizierte Bio-Obstbauern liefern derzeit Äpfel oder z.B. Rhabarber in die Kelterei von Wolfra, damit daraus unverfälschte Fruchtsäfte für höchste Ansprüche gewonnen werden können.

Einen dieser Betriebe im Rottal hat unser Fotograf unlängst besucht und Sebastian Grünwald, den Wolfra-Pomologen (Fachbegriff für Obstbaukundler), bei der Arbeit beobachtet. Denn, wie gesagt, auch das Paradies braucht Pflege: es werden alte Äste entfernt, es wird ausgelichtet, so genannte „Krebsstellen“ beseitigt und z.B. auch Misteltriebe ausgeschnitten, die auch einen gesunden Obst-baum nachhaltig schädigen können. Das alles geschieht in Handarbeit, so wie selbstverständlich die Ernte selbst. Alles dient dem Zweck, auch in Zukunft die Auslese-Qualität in Flaschen zu be-kommen, die der Kunde bei Wolfra gewohnt ist. Seit 1930 ist die Wolfra-Kelterei aus – ursprünglich – Wolfratshausen, einer klassischen Streuobstregion im bayerischen Voralpenland, als regionale Traditionsmarke bekannt und bei Genießern geschätzt.

Leider führte das Aufkommen industrieller Produktionsmethoden zum Rückgang des Streuobstan-baus. Weniger Sorten und größere Ernteerträge waren das Ziel. Die Wolfra-Streuobstbauern, und natürlich Wolfra selbst, stemmen sich diesem Trend entgegen. Zum Teil werden sogar sortenreine Apfelsäfte von Früchten mit wohlklingenden Namen wie Winterrambur, Bohnapfel, Zitronenapfel oder Gravensteiner gekeltert. Zum einen, um den einmaligen Geschmack nicht dem Industrie-anbau zu opfern und zum anderen, um diese wichtigen Sorten und die Tradition des regionalen Obstanbaus zu erhalten. „Trink, was Du schützen willst“, ein ins Flüssige abgewandelter Slogan der SlowFood-Bewegung.

Und nichts anderes ist das, was Wolfra Tag für Tag produziert: gute, sauber hergestellte Lebensmittel. So gut es geht von hier, direkt aus Bayern!

19.04.2017

 
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